Michelsenschule Hildesheim - Rose & Regen, Schwert & Wunde (2013)

Rose & Regen, Schwert & Wunde (2013)

Tosender Beifall empfängt die Schüler der Theater-AG nach der Premiere des Stücks „Rose & Regen, Schwert & Wunde“ von Beat Fäh am 9. Juni 2013. Mit dem Stück, das sich an die weltberühmte Komödie „Ein Sommernachtstraum“ anlehnt, verzaubern die Schülerinnen und Schüler die Zuschauer in der nahezu ausverkauften Aula der Michelsenschule. Die Kombination aus Theater und Musik, Komik und Dramatik, die Ricarda Sohr (Regie) und Thomas Benner (Regie) zusammen mit der Theater-AG der Oberstufe und weiteren Kollegen auf die Bühne gebracht haben, macht die Begeisterung möglich. Mit den ersten Takten der Violine (herzzerreißend gespielt von Marten Handelmann) treten die Zuschauer in eine Welt voller Liebe und Verzweiflung, Machtspielen und Schmerz ein. Nach einer kurzen Vorstellung der verschiedenen Akteure ist das Eis zwischen Bühne und Zuschauerraum gebrochen und die eigentliche Handlung kann beginnen.

Dramatische Verwicklungen

Im Berlin der 1990er Jahre ist die schöne Helena (Greta Bartels) unsterblich in Demetrius (Fabian Rood) verliebt. Dieser liebt jedoch die schöne Hermia (Carolin Rautenberg), welche wiederum glücklich mit Lysander (Can Ceylan) vereint ist. Ganz Shakespeare-like kommt es zu einer dramatischen Verwicklung: Pucki (Simone Lüers), der schusselige Gehilfe des Stadtgeists Pucko, führt ein Vorhaben von Pucko (Corinna Lüers) fehlerhaft aus. Die beiden Geister haben allerhand zu tun, um dieses Malheur rückgängig zu machen. Da ein Missgeschick beim Verkuppeln nicht reicht, bleiben auch zufällig vorbeikommende Bahnreisende vor dem Schabernack der beiden Geister nicht bewahrt und neue Liebeshoffnungen werden geweckt.

Zwischen Zärtlichkeit und Wut

Die Schauspielerinnen und Schauspieler verkörpern die verschiedenen Nuancen der Charaktere mit großer Überzeugung. Während es Carolin Rautenberg gelingt, in der Rolle der naiven, aufbrausenden und doch verletzlichen Hermia die Zuschauer zu verzaubern, verkörpert Greta Bartels in der Rolle der Helena einen gegenteiligen Charakter. Ihr gelingt es, die Zuschauer durch die melancholisch anmutende, hinterfragende und doch herzerreißend liebend verkörperte Helena die Zuschauer zum Nachdenken anzuregen. Fabian Rood gelingt es, die Zuschauer in den Bann zwischen Wut und Sehnsucht zu ziehen, indem er die Rolle des Demetrius als erbarmungsloser, hasserfüllter und doch sehnsüchtig Liebender darstellt. Can Ceylan verkörpert einen leidenschaftlichen, aufbrausenden, kämpferischen Lysander und geht dabei voll in seiner Rolle auf. Pucki und Pucko überzeugen die Zuschauer durch ihre Gegensätzlichkeiten. Während Simone Lüers in der Rolle des Pucki mit ihrer Schusseligkeit die Herzen der Zuschauer erweicht, verleiht Corinna Lüers der Rolle des Pucko eine ganz eigene, hervorrangend gespielte Nuance und beeindruckt die Zuschauer nicht nur mit ihrem spielerischen, sondern auch mit ihrem gesanglichen Talent. So kommen auch Musikliebhaber auf ihre Kosten. Songs wie „Amour“ von Rammstein oder das englische Volkslied „Scarborough Fair“ werden von Corinna Lüers als Pucko beeindruckend in ihre Rolle integriert.

Madame Dessous und Manni

Heimliche Highlights der Inszenierung sind die mit Lehrkräften besetzten Rollen. Frau Buße belustigt die Zuschauer als liebeskranke Madame Dessous. Ein amüsantes Abziehbild eines Berliner Straßensängers gibt Kollege "Manni" mit deutlichem Augenzwinkern ab und überzeugt das Publikum mit seinem perfekten Berliner Dialekt.