Michelsenschule Hildesheim - Werte und Normen

UNSERE FACHGRUPPE WERTE UND NORMEN

"Was will ich?", 
   fragt der Verstand.
"Worauf kommt es an?", 
   fragt die Urteilskraft.
"Was kommt heraus?", 
   fragt die Vernunft.   
 
(Immanuel Kant)
 

Wissenswertes zum Fach Werte und Normen

„Letzte Antworten“ auf diese Fragen kann das Fach nicht vermitteln, denn den Stein der Weisen haben auch wir nicht erfunden, jedoch möchten wir unsere Schüler und Schülerinnen dazu anleiten, über ethische Fragestellungen nachzudenken und über unterschiedliche Glaubens- und Lebensentscheidungen zu reflektieren. Toleranz und Respekt miteinander sind die Basis für einen angemessenen mitmenschlichen Umgang.

Das Fach Werte und Normen, in anderen Bundesländern auch Ethik genannt, ist das Fach für diejenigen Schülerinnen und Schüler, die nicht am evangelischen oder katholischen Religionsunterricht teilnehmen. Die Gründe dafür müssen nicht immer mit einer eigenen abweichenden Konfession oder Konfessionslosigkeit zusammenhängen. In unseren Werte und Normen-Kursen sitzen vor allem Schülerinnen und Schüler, die sich für religiöse Überzeugungen weltweit, philosophische Fragestellungen und Prinzipien des gesellschaftlichen Zusammenlebens interessieren. Die weltanschauliche Neutralität, mit der dabei allen Themen begegnet wird, ist kennzeichnend für die Fachausrichtung.

„Vom gesellschaftlichen Bereich her stellt sich nun die Frage: Nach welchen Spielregeln sollen wir denn - trotz aller Wertepluralität - in unserer Gesellschaft zusammenleben? Gibt es Gemeinsamkeiten, einen Minimal-Konsens?“ „Von unschätzbarem Wert ist dabei die Entdeckung des Theologen Prof. Dr. Hans Küng, dass es ein entscheidendes Minimum an Werten gibt, das die Weltreligionen gemeinsam haben - ein Weltethos. Dies zu lehren muss zu den Grundanforderungen gehören, die an Schule zu stellen sind, damit die Heranwachsenden erkennen, dass ein Dialog über die anstehenden globalen Probleme dieses Planeten auf einem ethischen Konsens möglich ist.“ (Quelle: Fachverband Werte und Normen)

Die Schülerinnen und Schüler sollen in unserem Werte und Normenunterricht vor allem zum Nachdenken angeregt werden und durch intensive Auseinandersetzung mit moralischen Dilemmata zur eigenen, fundierten Urteilsbildung und damit Identitätsfindung angeregt werden. Diese Art der kritischen Auseinandersetzung erscheint heutzutage besonders wichtig, denn die Kinder leben in einer zunehmend von kultureller Pluralität geprägten Lebenswelt. Zudem sorgen wissenschaftliche Fortschritte, sei es im Bereich von Medien oder Medizin, für unzählige neue ethische Herausforderungen, denen sich die heranwachsende Generation intensiv wird stellen müssen. Mit Hilfe von häufig angestrebten Perspektivenwechseln vermag das Fach ebenso zur Entwicklung interkultureller Kompetenz und damit im besten Sinne zu friedlicherem Zusammenleben unterschiedlichster Religionen beizutragen. Um all die Ziele zu unterstützen, finden im Werte und Normen-Unterricht möglichst viele Begegnungen mit der Gesellschaft und entsprechenden Experten statt, denn „Kennen“ bringt oft „Verstehen“. Besuche in Moscheen, Interviews mit Hospizseelsorgern, Besuche durch Mitglieder von Amnesty International oder Sucht- und AIDS-Präventionsbeauftragten sind daher gängige Projekte, bei denen sich die Schülerinnen und Schüler im geschützten Raum im unmittelbaren Kontakt zur Gesellschaft üben können.

 

Beispiel einer Begenung

Schülerinnen und Schüler des Werte und Normen-Kurses des 9. Jahrgangs 2009 berichten >> hier von einem Interview mit der Leiterin des Hospizvereins Hildesheim Frau Ulrich.

Zwei Hildesheimer Studenten, die sich für "Amnesty International" engagieren, erzählen Schülern und Schülerinnen von ihrer Arbeit (Bild Mitte, WN-Kurs der 7. Klassen, 2010)